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Pferde sind von Natur aus Dauerfresser: In freier Wildbahn verbringen sie einen Großteil des Tages mit der Futteraufnahme. Lange Fresspausen sind für den Magen problematisch, weil er ständig Magensäure produziert. Heunetze und sogenannte Slow Feeder sind eine einfache Möglichkeit, die Fresszeit zu verlängern, ohne mehr füttern zu müssen.
Warum ein Heunetz sinnvoll ist
- Längere Fresszeit: Das Pferd zupft das Heu in kleinen Portionen aus dem Netz und braucht deutlich länger für dieselbe Menge.
- Kürzere Fresspausen: Nach den Leitlinien zur Pferdehaltung sollten Fresspausen möglichst nicht länger als etwa vier Stunden dauern.
- Weniger Verlust: Heu, das nicht am Boden liegt, wird nicht zertrampelt oder verkotet.
- Beschäftigung: Gerade Pferde in Boxenhaltung sind länger sinnvoll beschäftigt.
Als Orientierung gelten mindestens etwa 1,5 kg Heu (Trockenmasse) pro 100 kg Körpergewicht und Tag. Ein Heunetz soll diese Menge nicht reduzieren, sondern über den Tag verteilen.
Welche Maschenweite ist die richtige?
| Maschenweite | Wirkung | Geeignet für |
|---|---|---|
| 3 × 3 cm | stark verlangsamt | leichtfuttrige Pferde, Ponys, lange Nächte |
| 4–4,5 cm | mittel | die meisten Pferde, Rundballen |
| 5–6 cm | leicht verlangsamt | Eingewöhnung, ältere Pferde, Hänger |
Wichtig: Gewöhne dein Pferd langsam an engere Maschen. Startest du direkt mit 3 Zentimetern, frustriert das manche Pferde, und sie zerren oder fressen zu wenig. Beginne mit größeren Maschen oder biete anfangs zusätzlich etwas loses Heu an.
Das Heunetz sicher aufhängen
Heunetze sind praktisch, können aber zur Gefahr werden, wenn sie falsch hängen:
- Höhe: Die Unterkante sollte so hoch hängen, dass das Pferd auch bei leerem, durchhängendem Netz nicht mit einem Huf hineintreten kann – aber nicht so hoch, dass ihm Staub und Halme in Augen und Nüstern rieseln. Etwa Brusthöhe ist ein guter Anhaltspunkt.
- Beschlagene Pferde: Netze am Boden oder Rundballennetze sind für Pferde mit Hufeisen problematisch, weil sich Eisen in den Maschen verhaken können. Hier eignen sich geschlossene Heuraufen oder hoch aufgehängte Netze besser.
- Befestigung: Nutze eine Sollbruchstelle (zum Beispiel eine Schnur, die bei starkem Zug reißt) statt einer starren Kette.
- Kontrolle: Netze regelmäßig auf Löcher prüfen, damit sich niemand verfängt.
Heunetze für Box, Paddock und Hänger
Heunetz mit Füllhilfe (3 × 3 cm)
Der Aufhängehaken dient gleichzeitig als Füllhilfe – erspart das Gefummel beim Befüllen, verschlossen per Klett.
- schnell befüllt
- enge 3-cm-Maschen
Das Befüllen eines engmaschigen Heunetzes kann eine kleine Geduldsprobe sein. Beim Kerbl-Netz mit Füllhilfe dient der Aufhängehaken gleichzeitig als Rahmen zum Befüllen – das spart im Alltag viel Zeit.
Heunetz für die 12-Stunden-Fütterung
Engmaschiges Netz, das die Fresszeit verlängert und Heu sauber hält – gut für Box und Paddock.
- verlängert Fresszeit
- weniger Heuverlust
Wer größere Mengen für die Nacht oder den ganzen Tag füttern möchte, findet im Kerbl Heunetz für die 24-Stunden-Fütterung* ein Netz mit rund 16 Kilogramm Fassungsvermögen. Für Turnier und Hänger ist das große Waldhausen-Heunetz* mit 5,5 bis 7,5 Kilogramm praktisch.
Netze für Rundballen
Im Offenstall oder auf dem Winterpaddock werden häufig ganze Rundballen gefüttert. Ein Rundballennetz verhindert, dass das Heu in kurzer Zeit verteilt und verschmutzt wird.
Heunetz für Rundballen (bis 150 cm)
Netz für ganze Rundballen mit 4,5-cm-Maschen und Elastikseil – laut Hersteller nicht für beschlagene Pferde.
- spart viel Heu
- nicht bei Hufeisen
Beachte die Herstellerhinweise: Viele Rundballennetze sind nicht für beschlagene Pferde geeignet, weil sie am Boden aufliegen.
Häufige Fragen
Ist ein Heunetz schlecht für die Zähne?
Bei richtiger Aufhängung und normaler Nutzung gibt es dafür keine belastbaren Hinweise. Pferde mit Zahnproblemen solltest du aber im Blick behalten und den Tierarzt fragen.
Kann ich mein Pferd mit Heunetz ad libitum füttern?
Ja, Heunetze sind gerade dafür gedacht, eine große Menge Heu über lange Zeit verfügbar zu machen. Leichtfuttrige Pferde profitieren besonders von engmaschigen Netzen.
Wie oft muss ich Heunetze waschen?
Wenn sich Staub und Heureste festgesetzt haben oder das Netz feucht geworden ist. Gut ausschütteln und an der Luft trocknen lassen, bevor du es wieder befüllst.
Ein Heunetz mit 3 bis 4,5 Zentimetern Maschenweite verlängert die Fresszeit spürbar und spart Heu. Häng es sicher und ausreichend hoch auf, gewöhne dein Pferd langsam an enge Maschen und greif bei beschlagenen Pferden zu Netzen, die nicht auf dem Boden liegen.
Titelbild: Foto: Ben Shbeeb benshbeeb, CC0, via Wikimedia Commons







