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Hufpflege beim Pferd: Auskratzen, Huföl und was wirklich hilft

Hufkratzer mit Bürste liegt auf einem Stein
Aktualisiert am Lesezeit ca. 3 Min.

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„Ohne Huf kein Pferd“ – der alte Spruch unter Hufschmieden stimmt bis heute. Gesunde Hufe sind die Grundlage dafür, dass ein Pferd schmerzfrei laufen kann. Vieles, was Hufe gesund hält, liegt nicht in der Dose, sondern im Alltag: regelmäßiges Auskratzen, ein trockener Untergrund und die Bearbeitung durch einen guten Hufschmied oder Hufpfleger. Pflegeprodukte können unterstützen – wenn man weiß, wofür.

Hufe richtig auskratzen

Hufe solltest du vor und nach jedem Reiten sowie nach dem Weidegang auskratzen. Steine, festgetretener Mist oder Matsch in den Strahlfurchen können sonst Druckstellen und Fäulnis begünstigen.

  1. Stell dich seitlich neben das Pferd, mit Blick Richtung Schweif.
  2. Streich mit der Hand am Bein hinab und gib ein Kommando wie „Fuß“. Viele Pferde heben den Huf dann von selbst.
  3. Halte den Huf locker in der Hand, nicht zu hoch.
  4. Kratz vom Ballen in Richtung Hufspitze – nie umgekehrt, sonst kannst du mit dem Dorn in die empfindliche Ballengegend rutschen.
  5. Reinige besonders die seitlichen Strahlfurchen und die mittlere Strahlfurche.
  6. Bürste die Sohle mit der Bürste des Hufkratzers aus und schau dir den Huf dabei genau an.
Ein Pferdehuf wird mit dem Hufkratzer ausgekratzt
Foto: Capt. Thomas Cieslak, Public domain, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)
Warnsignale am Huf

Riecht es faulig und ist der Strahl schmierig-schwarz, kann Strahlfäule dahinterstecken. Warme Hufe, ein deutlich spürbarer Puls an der Fessel oder Lahmheit sind Alarmzeichen – dann rufst du den Tierarzt.

Der passende Hufkratzer

Ein Hufkratzer sollte stabil sein, nicht verbiegen und eine Bürste haben. Kunststoffgriffe sind hygienisch und lassen sich abwaschen.

Robust
Haas Huf-Duo Azzuro (Hufkratzer mit Bürste)
Haas

Huf-Duo Azzuro (Hufkratzer mit Bürste)

Stabiler Kombi-Hufkratzer mit langen Kunstborsten und abgerundetem Dorn – waschbar und langlebig.

  • sehr stabil
  • lange Borsten
  • teurer als einfache Modelle

Günstiger, aber ebenfalls mit Edelstahl-Dorn und Bürste ist der Animalon Hufkratzer*. Ein zweiter Hufkratzer für Hänger oder Sattelkammer ist übrigens nie verkehrt.

Huföl, Hufbalsam, Hufsalbe: Was bringt was?

Um Huföl ranken sich viele Mythen. Fachleute sind sich weitgehend einig: Huföl ist vor allem Pflege für die Hufwand und den Kronrand und schützt vor zu schnellem Austrocknen oder Aufweichen. Es ersetzt keine gute Haltung und keine Bearbeitung.

ProduktWann sinnvoll?Hinweis
Huföltrockene, spröde Hufwand, Glanz für Turnieredünn auftragen, nicht auf Sohle und Strahl
Hufbalsam / Huffettnasse Wintermonate, feuchte Einstreubildet einen Schutzfilm gegen Nässe
wasserlösliche Pflegeölesehr trockene Hufeversiegeln das Horn nicht

Wichtig: Hufe brauchen ein ausgeglichenes Verhältnis von Feuchtigkeit. Ständiges Stehen im Matsch weicht das Horn auf, staubtrockene Paddocks im Sommer lassen es spröde werden. Pflegeprodukte gleichen das nur begrenzt aus.

So trägst du Huföl auf

Den Huf vorher säubern und trocknen lassen. Dann mit dem Pinsel dünn auf die Hufwand und den Kronrand auftragen – zwei- bis dreimal pro Woche reicht meist. Bei Pferden mit Hufproblemen sprichst du die Pflege mit deinem Hufschmied ab.

Bewährte Hufpflegeprodukte

Klassiker
Effol Huf-Öl mit Pinsel, 475 ml
Effol

Huf-Öl mit Pinsel, 475 ml

Bewährtes Huföl in der Pinseldose – sparsam aufzutragen, sorgt für Glanz und wirkt wasserabweisend.

  • Pinsel im Deckel
  • ganzjährig nutzbar
Für trockene Hufe
Keralit Huf-Elast mit Pinsel
Keralit

Huf-Elast mit Pinsel

Wasserlösliches Hufpflegeöl, das das Horn nicht versiegelt – sinnvoll bei eher trockenen, spröden Hufen.

  • versiegelt das Horn nicht
  • vergleichsweise teuer

Mit Pflanzenölen wie Avocado-, Jojoba- und Calendulaöl arbeitet das Leovet Huföl*. Für matschige Wintermonate eignet sich ein Balsam wie der Hoofgold Hufbalsam Spezial*, der einen Schutzfilm gegen Nässe bildet.

Hufschmied und Hufpfleger

Hufhorn wächst etwa sechs bis zehn Millimeter pro Monat. Damit Stellung und Abrollung stimmen, müssen sie regelmäßig bearbeitet werden – bei beschlagenen Pferden etwa alle sechs bis acht Wochen, bei Barhufern je nach Abrieb ähnlich oft. Ein fester Termin im Kalender hilft, das nicht zu vergessen.

Ernährung und Haltung

Gutes Horn entsteht von innen. Eine bedarfsgerechte Fütterung mit ausreichend Raufutter und Mineralfutter, viel Bewegung und ein trockener Liegeplatz tragen mehr zur Hufgesundheit bei als jedes Pflegeprodukt. Spezielle Hufzusätze wie Biotin können sinnvoll sein – sprich das aber mit Tierarzt oder Hufschmied ab, bevor du etwas zufütterst.

Häufige Fragen

Wie oft muss ich die Hufe auskratzen?

Mindestens einmal täglich sowie vor und nach dem Reiten. Bei Pferden in Boxenhaltung ist das tägliche Auskratzen besonders wichtig.

Schadet Huföl dem Huf?

Nicht, wenn es dünn und auf saubere, trockene Hufe aufgetragen wird. Problematisch ist dauerhaftes, dickes Einfetten feuchter Hufe, weil das Horn dann nicht mehr atmen kann.

Was tun bei Strahlfäule?

Hufe täglich gründlich säubern, für trockenen Untergrund sorgen und den Hufschmied oder Tierarzt einbeziehen. Er entfernt abgestorbenes Gewebe und empfiehlt ein passendes Mittel.

Unser Fazit

Tägliches Auskratzen mit einem stabilen Hufkratzer, ein trockener Stall und ein guter Hufschmied sind das Fundament. Huföl und Hufbalsam sind sinnvolle Ergänzungen – richtig dosiert und passend zur Jahreszeit.

Titelbild: Foto: Suzelfe, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)

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