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„Ohne Huf kein Pferd“ – der alte Spruch unter Hufschmieden stimmt bis heute. Gesunde Hufe sind die Grundlage dafür, dass ein Pferd schmerzfrei laufen kann. Vieles, was Hufe gesund hält, liegt nicht in der Dose, sondern im Alltag: regelmäßiges Auskratzen, ein trockener Untergrund und die Bearbeitung durch einen guten Hufschmied oder Hufpfleger. Pflegeprodukte können unterstützen – wenn man weiß, wofür.
Hufe richtig auskratzen
Hufe solltest du vor und nach jedem Reiten sowie nach dem Weidegang auskratzen. Steine, festgetretener Mist oder Matsch in den Strahlfurchen können sonst Druckstellen und Fäulnis begünstigen.
- Stell dich seitlich neben das Pferd, mit Blick Richtung Schweif.
- Streich mit der Hand am Bein hinab und gib ein Kommando wie „Fuß“. Viele Pferde heben den Huf dann von selbst.
- Halte den Huf locker in der Hand, nicht zu hoch.
- Kratz vom Ballen in Richtung Hufspitze – nie umgekehrt, sonst kannst du mit dem Dorn in die empfindliche Ballengegend rutschen.
- Reinige besonders die seitlichen Strahlfurchen und die mittlere Strahlfurche.
- Bürste die Sohle mit der Bürste des Hufkratzers aus und schau dir den Huf dabei genau an.

Riecht es faulig und ist der Strahl schmierig-schwarz, kann Strahlfäule dahinterstecken. Warme Hufe, ein deutlich spürbarer Puls an der Fessel oder Lahmheit sind Alarmzeichen – dann rufst du den Tierarzt.
Der passende Hufkratzer
Ein Hufkratzer sollte stabil sein, nicht verbiegen und eine Bürste haben. Kunststoffgriffe sind hygienisch und lassen sich abwaschen.
Huf-Duo Azzuro (Hufkratzer mit Bürste)
Stabiler Kombi-Hufkratzer mit langen Kunstborsten und abgerundetem Dorn – waschbar und langlebig.
- sehr stabil
- lange Borsten
- teurer als einfache Modelle
Günstiger, aber ebenfalls mit Edelstahl-Dorn und Bürste ist der Animalon Hufkratzer*. Ein zweiter Hufkratzer für Hänger oder Sattelkammer ist übrigens nie verkehrt.
Huföl, Hufbalsam, Hufsalbe: Was bringt was?
Um Huföl ranken sich viele Mythen. Fachleute sind sich weitgehend einig: Huföl ist vor allem Pflege für die Hufwand und den Kronrand und schützt vor zu schnellem Austrocknen oder Aufweichen. Es ersetzt keine gute Haltung und keine Bearbeitung.
| Produkt | Wann sinnvoll? | Hinweis |
|---|---|---|
| Huföl | trockene, spröde Hufwand, Glanz für Turniere | dünn auftragen, nicht auf Sohle und Strahl |
| Hufbalsam / Huffett | nasse Wintermonate, feuchte Einstreu | bildet einen Schutzfilm gegen Nässe |
| wasserlösliche Pflegeöle | sehr trockene Hufe | versiegeln das Horn nicht |
Wichtig: Hufe brauchen ein ausgeglichenes Verhältnis von Feuchtigkeit. Ständiges Stehen im Matsch weicht das Horn auf, staubtrockene Paddocks im Sommer lassen es spröde werden. Pflegeprodukte gleichen das nur begrenzt aus.
Den Huf vorher säubern und trocknen lassen. Dann mit dem Pinsel dünn auf die Hufwand und den Kronrand auftragen – zwei- bis dreimal pro Woche reicht meist. Bei Pferden mit Hufproblemen sprichst du die Pflege mit deinem Hufschmied ab.
Bewährte Hufpflegeprodukte
Huf-Öl mit Pinsel, 475 ml
Bewährtes Huföl in der Pinseldose – sparsam aufzutragen, sorgt für Glanz und wirkt wasserabweisend.
- Pinsel im Deckel
- ganzjährig nutzbar
Huf-Elast mit Pinsel
Wasserlösliches Hufpflegeöl, das das Horn nicht versiegelt – sinnvoll bei eher trockenen, spröden Hufen.
- versiegelt das Horn nicht
- vergleichsweise teuer
Mit Pflanzenölen wie Avocado-, Jojoba- und Calendulaöl arbeitet das Leovet Huföl*. Für matschige Wintermonate eignet sich ein Balsam wie der Hoofgold Hufbalsam Spezial*, der einen Schutzfilm gegen Nässe bildet.
Hufschmied und Hufpfleger
Hufhorn wächst etwa sechs bis zehn Millimeter pro Monat. Damit Stellung und Abrollung stimmen, müssen sie regelmäßig bearbeitet werden – bei beschlagenen Pferden etwa alle sechs bis acht Wochen, bei Barhufern je nach Abrieb ähnlich oft. Ein fester Termin im Kalender hilft, das nicht zu vergessen.
Ernährung und Haltung
Gutes Horn entsteht von innen. Eine bedarfsgerechte Fütterung mit ausreichend Raufutter und Mineralfutter, viel Bewegung und ein trockener Liegeplatz tragen mehr zur Hufgesundheit bei als jedes Pflegeprodukt. Spezielle Hufzusätze wie Biotin können sinnvoll sein – sprich das aber mit Tierarzt oder Hufschmied ab, bevor du etwas zufütterst.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich die Hufe auskratzen?
Mindestens einmal täglich sowie vor und nach dem Reiten. Bei Pferden in Boxenhaltung ist das tägliche Auskratzen besonders wichtig.
Schadet Huföl dem Huf?
Nicht, wenn es dünn und auf saubere, trockene Hufe aufgetragen wird. Problematisch ist dauerhaftes, dickes Einfetten feuchter Hufe, weil das Horn dann nicht mehr atmen kann.
Was tun bei Strahlfäule?
Hufe täglich gründlich säubern, für trockenen Untergrund sorgen und den Hufschmied oder Tierarzt einbeziehen. Er entfernt abgestorbenes Gewebe und empfiehlt ein passendes Mittel.
Tägliches Auskratzen mit einem stabilen Hufkratzer, ein trockener Stall und ein guter Hufschmied sind das Fundament. Huföl und Hufbalsam sind sinnvolle Ergänzungen – richtig dosiert und passend zur Jahreszeit.
Titelbild: Foto: Suzelfe, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)







