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Ein Leckerli nach der Reitstunde, eines für das brave Stehen beim Hufschmied, eines einfach so: Für viele Pferdemenschen gehören Belohnungen fest zum Alltag. Richtig eingesetzt sind sie ein wertvolles Werkzeug im Training. Zu viele oder die falschen können aber Probleme machen – vom Schnappen bis zu Stoffwechselstörungen. Hier erfährst du, worauf es ankommt.
Wie viele Leckerlis sind in Ordnung?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht, aber eine einfache Orientierung: Leckerlis sind eine Belohnung, keine Mahlzeit. Eine Handvoll am Tag ist für ein gesundes, normal gefüttertes Pferd unproblematisch. Bei Pferden mit Übergewicht, Equinem Metabolischen Syndrom (EMS), Cushing oder Hufrehe-Vorgeschichte sieht das anders aus – hier sprichst du jede Zusatzfütterung mit dem Tierarzt ab.
Viele Leckerlis bestehen größtenteils aus Getreide und enthalten Melasse oder Zucker. Für stoffwechselempfindliche Pferde sind getreide- und zuckerfreie Varianten oder einfach Gemüse wie Möhrenstücke die bessere Wahl.
Richtig belohnen
- Flache Hand: Biete Leckerlis auf der flachen, ausgestreckten Hand an, die Finger zusammen.
- Timing: Belohne direkt nach dem gewünschten Verhalten, damit das Pferd die Verbindung herstellt.
- Keine Bettelei belohnen: Schnappt oder drängelt ein Pferd, gibt es nichts. Sonst lernt es, dass Drängeln zum Ziel führt.
- Kleine Stücke: Im Training brauchst du viele Belohnungen – je kleiner das Leckerli, desto besser.
Empfehlenswerte Leckerlis zum Kaufen
Leckerlis Apfel & Kräuter (zuckerfrei), 2 kg
Ohne Zuckerzusatz, mit Apfel und Kräutern – krümeln nicht und lassen sich gut in der Jackentasche transportieren.
- ohne Zuckerzusatz
delicious speedies Pure Apple, 1 kg
Getreidefreie Apfel-Leckerlis in kleiner Größe – gut fürs Training, wo es viele kleine Belohnungen braucht.
- getreidefrei
- klein portionierbar
Die klassischen Kerbl Belohnungswürfel im 3-kg-Eimer* sind günstig und ein guter Vorrat für den Stallspind. Sie enthalten allerdings Getreide und sind daher nicht für jedes Pferd geeignet.
Als Geschenk für Pferdebesitzer, deren Pferd du nicht kennst, ist das Eggersmann Lecker-Bricks-Probierset* mit sieben Sorten eine schöne Idee – irgendeine Sorte schmeckt garantiert.
Rezept: Pferdeleckerlis selber backen
Selbstgebackene Leckerlis sind schnell gemacht, du weißt genau, was drin ist, und sie sind ein liebevolles Mitbringsel für den Stall. Dieses Grundrezept kommt ohne Zucker aus.
Zutaten für ein Backblech:
- 250 g zarte Haferflocken
- 2 mittelgroße Möhren, fein gerieben
- 1 Apfel, fein gerieben (ohne Kerngehäuse)
- 2 EL Leinsamen (geschrotet, optional)
- etwa 100–150 ml Wasser
Zubereitung:
- Backofen auf 160 °C Umluft vorheizen.
- Haferflocken, geriebene Möhren, Apfel und Leinsamen in einer Schüssel mischen.
- Nach und nach Wasser zugeben, bis ein formbarer, nicht zu klebriger Teig entsteht.
- Kleine Kugeln formen (etwa so groß wie eine Haselnuss), auf ein Blech mit Backpapier setzen und flach drücken.
- Etwa 30–40 Minuten backen, bis die Leckerlis fest sind.
- Im ausgeschalteten Ofen bei leicht geöffneter Tür mehrere Stunden nachtrocknen lassen.
Je trockener die Leckerlis, desto länger halten sie. In einer Blechdose an einem kühlen, trockenen Ort sind sie etwa ein bis zwei Wochen haltbar. Riecht etwas muffig oder zeigt sich Schimmel: wegwerfen.
Varianten
- Für stoffwechselempfindliche Pferde: Haferflocken durch getreidefreie Heucobs (eingeweicht) ersetzen und den Apfel weglassen – vorher mit dem Tierarzt absprechen.
- Kräuter-Variante: Ein Esslöffel getrocknete Pferdekräuter wie Pfefferminze oder Kamille sorgt für Abwechslung.
- Weihnachtlich: Mit einem Ausstecher in Pferde- oder Sternform ausstechen – ein hübsches Geschenk in einem Glas mit Schleife.

Achtung: Schokolade, Zwiebeln, Kohl, Steinobst mit Kernen und Brot vom Bäcker mit Hefe gehören nicht ins Pferd und auch nicht in selbstgemachte Leckerlis.
Leckerlis immer griffbereit
Damit Leckerlis nicht in der Jackentasche zerbröseln, lohnt sich ein kleiner Beutel oder eine Dose. Und wenn die Weihnachtszeit naht: Viele Hersteller bieten Adventskalender für Pferde an – Ideen dazu findest du in unseren Weihnachtsgeschenken für Reiter.
Häufige Fragen
Darf mein Pferd Äpfel und Möhren als Leckerli bekommen?
Ja, in Maßen sind Äpfel und Möhren gute Leckerlis. Schneide sie in Stücke, damit sich das Pferd nicht verschluckt. Bei EMS oder Hufrehe gilt auch hier: lieber sparsam und nach Absprache.
Machen Leckerlis Pferde frech?
Nicht die Leckerlis selbst, sondern ihr falscher Einsatz. Wer nur gewünschtes Verhalten belohnt und Drängeln ignoriert, hat in der Regel keine Probleme.
Wie lange halten selbstgebackene Leckerlis?
Gut durchgetrocknet etwa ein bis zwei Wochen. Größere Mengen kannst du einfrieren.
Leckerlis sind ein tolles Trainingswerkzeug, wenn sie sparsam und gezielt eingesetzt werden. Für den Alltag sind zuckerfreie oder getreidefreie Leckerlis eine gute Wahl – und selbstgebackene machen besonders viel Freude.
Titelbild: Foto: Artaxerxes, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)






