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Putzen ist weit mehr als Saubermachen. Beim täglichen Putzen entdeckst du kleine Verletzungen, Zecken oder Schwellungen, bevor sie zum Problem werden. Die Massage mit dem Striegel regt die Durchblutung an, und für viele Pferde ist die gemeinsame Zeit vor dem Reiten ein wichtiger Teil der Beziehung. Damit das gut klappt, brauchst du keine 30 Bürsten – aber die richtigen.
Die Grundausstattung: Was wirklich in die Putzbox gehört
| Werkzeug | Wofür? | Tipp |
|---|---|---|
| Gummistriegel | Lockert Schmutz und lose Haare, massiert | nur an bemuskelten Partien, nicht an Kopf und Beinen |
| Wurzelbürste | Grober, angetrockneter Schmutz, Beine | harte Borsten, auch für die Hufwand |
| Kardätsche | Staub aus dem Fell, Feinarbeit | nach jedem Strich am Striegel abstreifen |
| Hufkratzer | Hufe auskratzen | mit Bürste für die Strahlfurchen |
| Mähnen-/Schweifbürste | Langhaar entwirren | nicht reißen, von unten nach oben arbeiten |
| Schwämme | Augen, Nüstern, After | getrennte Schwämme verwenden |
| Schweißmesser | Wasser und Schweiß abziehen | nach dem Waschen oder Abspritzen |
In welcher Reihenfolge putzt man ein Pferd?
- Hufe auskratzen – am besten zuerst, dann landet der Dreck nicht im frisch geputzten Fell. Kratze immer vom Ballen Richtung Hufspitze und säubere die seitlichen Strahlfurchen gründlich.
- Striegeln – in kleinen, kreisenden Bewegungen über Hals, Schulter, Rücken, Bauch und Kruppe. Knochige Stellen, Beine und Kopf lässt du aus.
- Wurzelbürste – für Beine und hartnäckige Matschplacken, in Haarwuchsrichtung.
- Kardätsche – in kurzen Strichen mit der Haarwuchsrichtung. Zwischendurch an Striegel oder Boden abstreifen, damit der Staub nicht zurück ins Fell wandert. Mit der weichen Kardätsche darfst du auch vorsichtig an Kopf und Beine.
- Mähne und Schweif – erst mit den Fingern grob entwirren, dann bürsten. Ein Pflegespray erleichtert das Durchkämmen.
- Augen und Nüstern – mit einem feuchten Schwamm. Für den Afterbereich nimmst du einen eigenen Schwamm.
Achte beim Putzen auf warme oder geschwollene Stellen, Scheuerstellen von Sattel und Gurt, kleine Wunden und Zecken. Was dir auffällt, notierst du am besten – so erkennst du Veränderungen früher.
Bewährte Einzelbürsten
Wer sein Putzzeug Stück für Stück zusammenstellt, bekommt meist bessere Qualität als in Komplettsets. Diese Bürsten haben sich bewährt:
KerblGummistriegel oval
Der Klassiker zum Lösen von Schmutz und losen Haaren – kostet wenig und hält jahrelang.
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AnimalonCareFlex Massage-Striegel
Biegsamer Noppenstriegel mit Klettband, der sich an Rundungen anschmiegt – angenehm für empfindliche Pferde und für die eigenen Handgelenke.
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EquimourKardätsche mit Holzrücken
Weiche, dichte Borsten für Staub und die feinen Partien an Kopf und Beinen – sauber verarbeitet mit Lederimitat-Schlaufe.
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Bense & EickeSchmutzbürste SchmutzLiese
Naturfaserbürste aus deutscher Fertigung, innen hart und außen weich – eine gute Allround-Bürste zwischen Wurzelbürste und Kardätsche.
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EquimourWurzelbürste mit Holzkörper
Harte Borsten für angetrockneten Matsch an Beinen und Körper – taugt auch zum Säubern der Hufwand vor dem Einölen.
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AnimalonMähnen- & Schweifbürste
Runde Bürste mit gleichmäßiger Zahnung, die Knoten löst, ohne viele Haare auszureißen.
Bei Amazon ansehen*Bei der Kardätsche lohnt sich Qualität besonders: Dichte, weiche Borsten nehmen Staub deutlich besser auf als günstige Modelle mit wenigen, steifen Borsten. Für sensible Pferde ist ein flexibler Massagestriegel* angenehmer als der klassische Gummistriegel.
Hufkratzer
Ein guter Hufkratzer ist stabil, liegt sicher in der Hand und hat eine Bürste für die Sohle. Der Haas Huf-Duo* ist sehr robust, der Animalon Hufkratzer* die günstige Alternative. Mehr zur Hufpflege erfährst du in unserem Ratgeber Hufpflege.
Nach dem Waschen
Nach dem Abspritzen im Sommer oder nach schweißtreibender Arbeit ziehst du mit einem Schweißmesser* das Wasser aus dem Fell. So trocknet das Pferd schneller – im Herbst und Winter hilft zusätzlich eine Abschwitzdecke.
Die richtige Putzbox
Eine Putzbox sollte stabil, gut zu tragen und leicht zu reinigen sein. Für Gemeinschaftsställe ist ein Schloss Gold wert.
Putzbox AluSafe
Robuste Alu-Box mit Schaumstoffpolsterung, verstellbaren Trennwänden und Schloss – gut für Gemeinschaftsställe und Turniere.
- abschließbar
- Trennwände frei versetzbar
- Tragegurt
- Alu verkratzt sichtbar
Putzbox ECO
Schlichte Box aus recyceltem Kunststoff mit versenkbarem Griff und verstellbarer Trennwand – solide Basis zum kleinen Preis.
- günstig
- recycelter Kunststoff
- Schnappverschluss abschließbar
- ohne Polsterung
Komplettsets: Sinnvoll für Einsteiger und Kinder
Für Kinder oder als Geschenk sind gefüllte Putzboxen praktisch. Die Bürsten sind meist kleiner und passen gut in Kinderhände – Profis werden aber früher oder später einzelne Bürsten nachkaufen.
Kinder-Putzbox, 8-teilig befüllt
Kompakte Box mit Hufkratzer, Striegel, Schwamm, drei Bürsten und Becher mit Pinsel – ein vollständiger Einstieg für kleine Reiterinnen.
- komplett befüllt
- kindgerechte Größe
- Bürsten eher Einsteigerqualität
Etwas hochwertiger und mit einer Kardätsche mit Rosshaaranteil ist die MagicBrush Putzbox WaterLily*. Eine weitere Variante ist das Pfiff Putzset im verschließbaren Eimer* – der Eimer taugt später als Wasser- oder Leckerli-Eimer.
Bürsten richtig reinigen
Bürsten sammeln Staub, Hautschuppen und Keime. Klopf sie nach jedem Putzen aus und wasch sie etwa einmal im Monat mit lauwarmem Wasser und etwas milder Seife. Mit den Borsten nach unten trocknen lassen, damit kein Wasser in den Bürstenkörper zieht. Wenn ein Pferd eine Hautpilzerkrankung hat, bekommt es eigenes Putzzeug, das danach gründlich desinfiziert wird.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich mein Pferd putzen?
Vor jedem Reiten, damit unter Sattel und Gurt keine Scheuerstellen entstehen. Pferde auf der Weide, die nicht geritten werden, freuen sich trotzdem über regelmäßige Pflege – ein gewisser Schmutz- und Fettfilm schützt aber auch vor Regen.
Brauche ich für jedes Pferd eigenes Putzzeug?
Ideal ist das, weil so Hautkrankheiten nicht übertragen werden. Gerade in großen Ställen ist eigenes Putzzeug pro Pferd sinnvoll.
Was ist der Unterschied zwischen Kardätsche und Wurzelbürste?
Die Wurzelbürste hat harte Borsten für groben Schmutz, die Kardätsche weiche, dichte Borsten, die Staub aus dem Fell holen. Beide ergänzen sich.
Für den Start reichen Gummistriegel, Wurzelbürste, Kardätsche, Hufkratzer, Mähnenbürste und zwei Schwämme. Investiere vor allem in eine gute Kardätsche und eine stabile Putzbox – damit macht das tägliche Putzen deutlich mehr Freude.
Titelbild: Foto: Phil Sangwell from United Kingdom, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)







