Startseite › Stall & Weide › Pferdedecken-Ratgeber: Welche Decke wann – und braucht mein Pferd überhaupt eine?

Pferdedecken-Ratgeber: Welche Decke wann – und braucht mein Pferd überhaupt eine?

Pferd mit grüner Decke steht im verschneiten Paddock
Aktualisiert am Lesezeit ca. 4 Min.

Werbehinweis: Links mit * sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts. Unsere Empfehlungen sind davon unabhängig. Mehr erfahren

Sobald die Temperaturen sinken, beginnt in vielen Ställen die große Deckenfrage: Braucht mein Pferd eine Decke? Wenn ja, welche? Und wie dick? Die Antwort hängt von Pferd, Haltung und Nutzung ab. Dieser Ratgeber gibt dir einen Überblick – damit dein Pferd weder friert noch unter zu viel Decke schwitzt.

Braucht mein Pferd überhaupt eine Decke?

Ein gesundes Pferd mit vollem Winterfell ist hervorragend an Kälte angepasst. Das Fell stellt sich auf und bildet eine isolierende Luftschicht. Eine Decke drückt dieses Fell flach – ein ungeschorenes, robustes Pferd kann unter einer zu dicken Decke deshalb sogar eher schwitzen als frieren.

Eine Decke ist meist sinnvoll bei:

  • geschorenen Pferden, die im Winter regelmäßig gearbeitet werden
  • alten oder kranken Pferden, die ihre Temperatur schlechter regulieren
  • sehr dünnem Fell oder Pferden südlicher Rassen
  • Dauerregen mit Wind ohne ausreichenden Unterstand
So prüfst du, ob dein Pferd friert

Fass mit der flachen Hand unter die Decke oder an die Brust hinter dem Ellbogen. Ist es dort angenehm warm und trocken, ist alles gut. Kalte Ohren allein sind kein zuverlässiges Zeichen. Zittern, ein eingezogener Schweif und Muskelzucken dagegen schon.

Die wichtigsten Deckenarten

DeckeEinsatzTypische Ausführung
RegendeckeWeide bei Regen und Windwasserdicht, atmungsaktiv, 0–50 g Füllung
Weide-/WinterdeckeWeide im Winter, geschorene Pferde100–300 g Füllung, robustes Außenmaterial
StalldeckeBox, geschorene Pferdegesteppt, nicht wasserdicht
Abschwitzdeckenach dem Training, TransportFleece oder Waffelstoff, nimmt Feuchtigkeit auf
FliegendeckeSommer, Insektenschutzleichtes Netzgewebe

Denier, Füllgewicht und Wassersäule verstehen

  • Denier (D): Maß für die Garnstärke des Außenmaterials. 600 D sind solide, 1200 D und mehr deutlich reißfester – wichtig bei Pferden, die in der Herde viel spielen.
  • Füllgewicht (g): Wie warm die Decke ist. 0 g ist eine reine Regendecke, 100–150 g eine leichte Winterdecke, 200–300 g eine warme Decke für geschorene Pferde.
  • Wassersäule und Atmungsaktivität: Eine Wassersäule ab etwa 3.000 bis 5.000 mm hält Regen zuverlässig ab. Genauso wichtig ist die Atmungsaktivität, damit Feuchtigkeit vom Pferd nach außen kann.

Die richtige Größe: Rückenlänge messen

Pferdedecken werden nach der Rückenlänge in Zentimetern verkauft (zum Beispiel 135, 145, 155). So misst du:

  1. Stell dein Pferd gerade hin.
  2. Miss mit einem Maßband von der Mitte der Brust (Buggelenk) waagerecht am Körper entlang bis zum Schweifansatz.
  3. Rund auf die nächste Deckengröße auf. Zwischen zwei Größen hilft die Herstellertabelle – Schnitte fallen unterschiedlich aus.

Eine gut sitzende Decke liegt am Widerrist an, ohne zu drücken, reicht bis zum Schweifansatz und lässt Schultern frei arbeiten. Kreuzgurte stellst du so ein, dass eine Handbreit Platz zum Bauch bleibt.

Bewährte Decken für Weide und Paddock

Langlebig
Bucas Freedom Turnout Light
Bucas

Freedom Turnout Light

Leichte, wasserdichte Outdoordecke eines Spezialisten – bekannt für Passform und Langlebigkeit.

  • sehr gute Passform
  • langlebig
  • teurer als Basismodelle

Bucas ist seit Jahrzehnten auf Pferdedecken spezialisiert. Die Freedom Turnout ist leicht, wasserdicht und bekannt für eine gute Passform – kein Schnäppchen, aber eine Anschaffung für viele Jahre.

Für die Übergangszeit
RL24 Weidedecke 600D mit Polarfleecefutter
RL24

Weidedecke 600D mit Polarfleecefutter

Wasserdichte Weidedecke (Wassersäule 5.000 mm) mit Fleecefutter und Gehfalten – für Übergangszeit und nasse Tage.

  • Fleecefutter
  • Beinschlaufen

Für reinen Regenschutz ohne Wärme genügt eine leichte Regendecke wie die Marengos 420D*. Wer Hals und Mähnenkamm mit schützen möchte, greift zu einer Highneck-Decke wie der HKM Norwich*.

Stalldecken

Geschorene Pferde in der Box brauchen eine Stalldecke, die warm hält, aber nicht wasserdicht sein muss.

Covalliero Stalldecke RugBe Indoor (150 g)
Covalliero

Stalldecke RugBe Indoor (150 g)

Gesteppte Stalldecke mit 150 g Füllung und Bauchkreuzgurten – für geschorene Pferde in der Box.

Für die Übergangszeit gibt es leichtere Modelle wie die HKM Übergangsstalldecke*.

Abschwitzdecken

Nach dem Reiten im Herbst und Winter ist eine Abschwitzdecke Pflicht, wenn das Pferd geschwitzt hat. Sie leitet Feuchtigkeit vom Fell nach außen, sodass das Pferd trocknen kann, ohne auszukühlen. Sobald das Fell trocken ist, kommt die Abschwitzdecke wieder herunter.

Preis-Leistung
Marengos Abschwitzdecke Economic
Marengos

Abschwitzdecke Economic

Fleece-Abschwitzdecke mit Widerristpolster, waschbar bei 30 °C und trocknergeeignet.

  • Widerristpolster
  • trocknergeeignet

Noch günstiger ist die RL24 Abschwitzdecke Basicline*. Als Geschenk eignet sich die hübsche Waldhausen Fleecedecke mit Kunstfellkragen*.

Decken pflegen

Wasch Decken am Ende der Saison nach Herstellerangabe und lass sie vollständig trocknen, bevor du sie lagerst. Wasserdichte Decken verlieren durch falsches Waschmittel ihre Imprägnierung – nutze spezielles Deckenwaschmittel und frische die Imprägnierung bei Bedarf auf.

Häufige Fragen

Ab wie viel Grad braucht ein Pferd eine Decke?

Eine pauschale Temperatur gibt es nicht. Ein ungeschorenes, gesundes Pferd mit Unterstand kommt auch mit Minusgraden gut zurecht. Geschorene Pferde brauchen oft schon bei einstelligen Plusgraden eine Decke.

Wie viele Decken braucht ein Pferd?

Für ein geschorenes Pferd sind eine Regendecke, eine mittlere und eine warme Winterdecke sowie eine Abschwitzdecke ein guter Grundstock. Ungeschorene Pferde kommen oft mit Abschwitzdecke und Regendecke aus.

Darf ich eine nasse Decke auf das Pferd legen?

Besser nicht. Eine durchnässte Decke kühlt aus. Lege eine trockene Decke auf ein trockenes Pferd und hänge nasse Decken zum Trocknen auf.

Unser Fazit

Prüfe zuerst, ob dein Pferd wirklich eine Decke braucht. Wenn ja, achte auf die richtige Rückenlänge, eine zur Temperatur passende Füllung und robustes Außenmaterial. Eine Abschwitzdecke gehört in jeden Spind – unabhängig davon, ob das Pferd sonst eingedeckt wird.

Titelbild: Foto: W.carter, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Nach oben scrollen