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Reithandschuhe wirken unscheinbar, haben aber großen Einfluss auf das Reitgefühl. Sie verhindern Scheuerstellen und Blasen an Ring- und kleinem Finger, sorgen für sicheren Halt, wenn die Zügel nass oder das Pferd verschwitzt ist, und schützen beim Führen vor Seilbrand. Weil sie so viel getragen werden, sind sie außerdem eines der beliebtesten Geschenke unter Reitern – vorausgesetzt, die Größe stimmt.
Worauf es bei Reithandschuhen ankommt
Grip: Die Innenhand sollte auch bei Nässe griffig bleiben. Synthetisches Wildleder (Suede) und Silikon-Prints sind hier das Maß der Dinge.
Feingefühl: Je dünner das Material an der Innenhand, desto besser spürst du die Zügel. Für Dressur und Springen sind deshalb dünne, eng anliegende Handschuhe beliebt.
Verstärkungen: Zwischen Ringfinger und kleinem Finger läuft der Zügel – hier sollte der Handschuh verstärkt oder besonders strapazierfähig sein.
Atmungsaktivität: Im Sommer sind Mesh-Einsätze auf dem Handrücken angenehm, im Winter zählen Futter und Winddichtigkeit.
Touchscreen-Fingerkuppen: Klingt nach Spielerei, ist im Stall aber praktisch – du musst die Handschuhe zum Telefonieren nicht ausziehen.
Die richtige Größe finden
Reithandschuhe werden meist in Zoll-Größen angegeben (zum Beispiel 6,5 / 7 / 7,5 / 8). Die Größe entspricht in der Regel dem Handumfang in Zoll:
- Miss den Umfang deiner Schreibhand über die Knöchel – ohne Daumen.
- Teile den Wert in Zentimetern durch 2,54. Bei 19 Zentimetern ergibt das etwa 7,5.
- Liegst du dazwischen, entscheide nach Einsatz: Für Turnier und Dressur eher eng, für Winterhandschuhe mit Futter eher eine halbe Größe größer.
Manche Marken verwenden S/M/L-Größen. Dann hilft die Größentabelle des Herstellers. Ein gut sitzender Reithandschuh liegt an den Fingerspitzen an, ohne dass Stoff übersteht, und schränkt beim Faustschluss nicht ein.
Wenn du Handschuhe verschenken möchtest, aber die Größe nicht kennst: Leih dir unauffällig ein Paar aus dem Spind und schau auf das Etikett. Oder verschenke lieber etwas ohne Größe – Ideen findest du in unseren Geschenkideen für Reiterinnen.
Sommer- und Ganzjahreshandschuhe
Reithandschuh Roeck-Grip Pro
Der Turnier-Klassiker aus Synthetiksuede: dünn, sehr griffig und mit feinem Zügelgefühl.
- exzellenter Grip
- passt wie eine zweite Haut
- nicht für Kälte gemacht
Der Roeck-Grip ist seit Jahrzehnten der Referenzhandschuh im Reitsport. Das Synthetiksuede ist dünn und elastisch, der Griff am Zügel ausgezeichnet. Für sehr kalte Tage ist er nicht gedacht.
Reithandschuh Sportstyle
Robuster Alltagshandschuh mit Zügelverstärkung, touchscreenfähig und bis 30 °C waschbar.
- waschmaschinenfest
- strapazierfähig
Der uvex Sportstyle eignet sich gut für den Stall- und Reitalltag: Er ist strapazierfähig, an der Zügelführung verstärkt und darf bei 30 °C in die Waschmaschine.
Winterreithandschuhe
Im Winter ist der Spagat zwischen Wärme und Gefühl am größten. Dicke Skihandschuhe sind zum Reiten ungeeignet, weil du die Zügel nicht mehr fein führen kannst.
Reithandschuh Roeck-Grip Winter
Roeck-Grip-Außenmaterial mit laminiertem Futter – warm, ohne das Zügelgefühl zu verlieren.
- warm und trotzdem feinfühlig
- bei Frost über −5 °C nicht ausreichend
Reithandschuh Weldon
Warmer Allrounder aus Polartec Power Stretch, touchscreenfähig – gut für Herbst, Stall und Alltag.
- warm und elastisch
- Touchscreen
- weniger griffig als Roeck-Grip
Der Weldon aus Polartec Power Stretch ist eher ein warmer Allrounder als ein Sporthandschuh: ideal für Ausritte im Herbst, Stallarbeit und den Weg zur Koppel.
Günstiger, aber ebenfalls gefüttert ist der Covalliero Winter-Reithandschuh Mora*. Bei richtig strengem Frost helfen zusätzlich wiederverwendbare Handwärmer* in der Jackentasche.
Reithandschuhe für Kinder
Kinderhände wachsen schnell, deshalb muss es nicht das teuerste Modell sein. Wichtig sind ein guter Sitz und eine Verstärkung am Zügel.
| Modell | Besonderheit | Für wen |
|---|---|---|
| Roeckl Tryon* | Lycra-Oberhand, griffige Innenhand, Pferdchen im Glitzerdruck | Kinder, die regelmäßig reiten |
| Covalliero Lilli* | Kunstleder mit Zügelverstärkung und Klettverschluss | Einsteiger und Reitschulkinder |
Pflege
Synthetische Reithandschuhe kannst du meist per Hand oder im Schonwaschgang bei 30 °C waschen – am besten im Wäschenetz und ohne Weichspüler, der die Griffigkeit mindert. Lass sie an der Luft trocknen, nicht auf der Heizung. Lederhandschuhe bekommen hin und wieder etwas Lederpflege.
Häufige Fragen
Braucht man zum Reiten wirklich Handschuhe?
Pflicht sind sie nur bei manchen Turnieren und Prüfungen. Empfehlenswert sind sie aber immer: Sie schützen vor Blasen und Seilbrand und sorgen für sicheren Halt.
Wie lange halten Reithandschuhe?
Bei täglichem Reiten nutzen sich die Innenhand und die Zügelstelle meist nach einer bis zwei Saisons ab. Wer viel reitet, hat am besten zwei Paar im Wechsel.
Kann ich Fahrrad- oder Arbeitshandschuhe zum Reiten nehmen?
Für die Stallarbeit ja, zum Reiten eher nicht. Ihnen fehlt die Verstärkung zwischen den Fingern, und sie sind oft zu dick für ein gutes Zügelgefühl.
Für ganzjähriges Reiten mit bestem Zügelgefühl führt kaum ein Weg am Roeckl Roeck-Grip vorbei. Für den Winter ist die gefütterte Roeck-Grip-Variante ideal, für den robusten Stallalltag der waschbare uvex Sportstyle.
Titelbild: Foto: seefit, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)








